Undine/Hamlet
Shakespeare


Theater des Lachens/Berlin in Koproduktion mit dem Theater Wismar, FITZ Figurentheaterzentrum/Stuttgart und den Sophiensaelen/Berlin, 2003
Gefördert durch die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur Berlin und das Kulturamt Stuttgart .

In Zusammenarbeit mit den Besucher-Diensten der Staatlichen Museen zu Berlin.

Ausstattung: Michael Walter
Musik: Jürgen Kurz
Choreographie: Dominique Efstratiou
Maske: Helen Laitzsch
Dramaturgie: Michael Mans
Lichtdesign: Oliver Gayk
Produktion: Marion Baumgartner

Spiel: Ralf Bolckholdt, Minuche Petrusch, Iduna Hegen, Tatjana Wehmeyer, Tanja Baur


Aufführungen in der Nationalgalerie Berlin im Rahmen des Museumsinselfestes

Zum Stück:

Hamlet steht an der Küste, redet mit der Brandung und wirft Worte ins Wasser, die
Shakespeare ihm geschrieben hat: "Tired with all these, for restful death I cry ..."
Am Grunde des Meeres sitzt Undine und sammelt sie ein. Die schönen Verse
erwecken unsterbliche Liebe in ihr -und schon gibt sie Fischschwanz und Stimme
hin, um als Menschenfrau an Land gehen zu können.
Hamlet erkennt in der Stummen seine Ophelia: Du bist wohl auch nicht ganz von
dieser Welt... Ihre Schwestern jedoch glauben nicht an die Liebe zwischen einem
Menschenmann und einer Meerjungfrau und tun alles, um die Verbindung zu
hintertreiben. Und siehe da: Ein Mann, der Rachegedanken wälzen muss, hat kaum noch einen Sinn für die Liebe. ..
In "UndineHamlet" bringt Astrid Griesbach zwei klassische Gestalten der
skandinavischen Sagen- und Märchenwelt zusammen: Hans Christian Andersens
kleine Meerjungfrau Undine und Shakespeares Dänenprinzen Hamlet. In einem
theatralen Spaziergang werden die Zuschauer der eigenartigen Begegnung zweier von ihren Leidenschaften Getriebener folgen -von Undines Unterwasser-
Heimatwelt über das Reich der Meerhexe bis zu Hamlets Schloss Helsingör.
Eigenartige Klänge und fantastisch kostümierte Gestalten werden sie dabei
begleiten.


Kritikauswahl
:

„Mit dem Projekt UndineHamlet bringen das Theater des Lachens und seine Regisseurin Astrid Griesbach zwei Gestalten zusammen auf die Bühne, die außer ihrer Herkunft aus der skandinavischen Sagenwelt nichts miteinander zu verbinden scheint: Die kleine Meerjungfrau aus dem Kunstmärchen von Hans Christian Andersen und Shakespeares Hamlet. In einem sommerbunten, luftigen und plätschernden Spektakel (...) trifft Hamlet (Ralf Bockholdt) auf Undine (Minouche Petrusch), die aus Liebe zu ihm ihre Unterwasserwelt verlassen hat und in der er seine Liebe Ophelia erkennt. (...) Erstaunlich, wie gut diese gewagt erscheinende Rechnung aufgeht: Die Montage der beiden Stoffe und Texte macht den Blick hinter die Kulissen frei und enthüllt zwei Außenseiterperspektiven, die sich gegenseitig beleuchten. Dass der ungezwungene Umgang mit literarischen Vorlagen funktioniert, ohne dass dabei die Tiefe verloren ginge; dass es die Vorlagen ganz gut verkraften, dass man sie so lange hin und her dreht, bis man ihnen immer wieder neue, nie geahnte Perspektiven einschreiben kann; dass dieser ganze Abend so bunt und schillernd ist - das alles spricht für das Konzept von Astrid Griesbach, die sich mit ihrem Theater des Lachens ganz bewusst in die Tradition des Narrentheaters stellt.
taz, 15.7.03