Tristan und Isolde


Theater des Lachens/Berlin in Koproduktion mit dem Theater Wismar, den Sophiensaelen Berlin und dem Kultursommer Rheinland-Pfalz/Mainz, 2002

Ausstattung: Michael Walter
Musik: Jürgen Kurz
Maske: Helen Laitzsch
Regieassistenz: Verena Busche


Spiel: Minouche Petrusch, Jan Uplegger, Hanno Wukasch, Patricia Christmann, Beata Nagy, Agnes Lampkin, Tatjana Jakob


Aufführungen auf den Stufen des Alten Museums Berlin im Rahmen des Museumsinselfestes

Zum Stück

Tristan- der Waghals, der niemals fehlt. Das Wunderkind, dem die Welt zu Füßen liegt. Der jeden Drachen ersticht, jeden Riesen erschlägt, jedes Herz verzaubert.
Den einen Auftrag seines Königs Marke jedoch hätte er nie annehmen dürfen.
Die irische Königstochter, Isolde die Blonde, wird zu seinem Unglück.
Als Fremder hatte er sich von ihr gesund pflegen lassen,
als Krieger kehrt er zurück, um Isolde als Marke Braut heim zu führen. Auf der Überfahrt trinken Tristan und Isolde von dem Zaubertrank, den ihre Mutter braute. War es ein Liebestrank, war es ein Todestrank ? Sie taumeln in einen Abgrund aus Liebe, Zauberei, Verzweiflung, Treueschwören und Treuebrüchen. Und Tristan wird zu einem Getriebenen, einem Heimatlosen: nichts gibt es mehr für ihn auf Erden als diese unmögliche Liebe - und nichts will ihm mehr gelingen. Siben Buffone, Clowns, Narren erzählen die alte Geschichte von Tristan und Isolde. Sie wechseln die Zeiten und tauschen die Rollen, sie kommentieren und sie wiedersprechen sich,
sie erfinden den traurigen Tristan für unsere Zeit neu.
Astrid Griesbach hat für die Inszenierung von Tristan und Isolde das mittelalterliche Epos von Gottfried von Strassburg als Vorlage gewählt. Auf den Treppen des Alten Museums präsentiert das Theater des Lachens den alten Stoff alles andere als museal: Tristan und Isolde als keltische soap opera über Treue und Treuebruch, Liebe und Liebestod.

Kritikauswahl

"Mit der absurd - köstlichen Schöpfung eines Kabuki - Kasperltheaters und
griechisch - tibetanischen Kostiumen umfängt sie das bald kicherne Publikum.
Präzis - pantomimische Bewegung und musikalische Einlagen mit Trompete, Didgeridoo und Fiedel erinern an Monty Pytons, die grossen runden
Masken an Comics."
Rheinischer Merkur, 15.08.02

Astrid Griesbach hat[...] Tristan und Isolde[...] als gut gelauntes Open Air Spektakel inszeniert, als ein Spiel mit Volkstheater - Elementen voller charmanten Unsinn und poetisch eindrücklichen Bildern. Griesbach Figuren, in asiatisch anmutenden,
grell gemusterten Kostiumen, bedienen sich mit fröhlichen Eklektizismus bei der unterschiedlichsten Theater - und Showformen - von Anleihen bei hochformalisiertem japanischen Theater über höfische Rituale und Tänze bis zu einer Travestie auf die Schauspielerischen Gestaltungsmittel von Fernseh - Dauerwerbesendungen.[...]
Das Spiel mit den Masken erlaubt es der Regisseurin, innerhalb des bunten Spektakels Momente zarter Zuneigung einzubauen - wie überhaupt die ganze Inszenierung mit ihrem Übermut von musikalischer Leichtigkeit lebt,
bei aller Drastik fein gearbeitet ist und ohne Anleihen beim Trash auskommt."
Tagesspiegel 08.08.02