Don Quixote
nach Cervantes

Theater des Lachens Berlin in Koproduktion mit Kleistforum/Frankfurt, Die Theater/Wien, Sophiensaelen/Berlin, 2001

Ausstattung: Michael Walter
Dramaturgie: Christine Boyde
Choreografie: Dominique Efstratiou
Maske: Helen Laitzsch
Produktion: Amelie Deuflhard/Marion Baumgartner (Sophiensæle Berlin)

Spiel: Ralf Bockholdt, Thomas Jahn, Frank Panhans, Andreas Liebmann, Renat Safiulin

Eingeladen zum Festival EIGENART Mainz
Nominiert für den Friedrich-Luft-Preis/Berlin


Zum Stück:

Über die LUST des SCHEITERNS Oder Die Beharrlichkeit eine ILLUSION in der Welt zu entdecken

Cervantes, der Dichter, war Soldat.
Sein - und der Leitspruch seines Herrn, König Phillipp, war:
"Leben heisst Krieg führen".

Die erste Ausgabe von Shakespeares "Hamlet" und der erste Teil des "Don Quixote" von Cervantes erschienen im gleichen Jahr, ganz zu Anfang des siebzehnten Jahrhunderts.
Der Zufall scheint bedeutsam.

"Es war uns, als seien in diesen zwei Typen zwei grundlegende, einander entgegengesetzte Eigentümlichkeiten der menschlichen Natur verkörpert, die beide Enden der Achse, um die es sich dreht.
Alle Menschen schienen uns mehr oder weniger zu einem dieser Typen zu gehören;
es war, als käme ein jeder von uns entweder dem Don Quixote oder dem Hamlet nahe.
Freilich sind in unserer Zeit die Hamlets häufiger zu finden als die Don Quixotes, aber auch diese sind nicht ganz ausgestorben."
Iwan Turgenjew

Don Quixote ist ein Enthusiast,
ein Diener einer Idee.
Egoismus ist ihm fremd.
Er lebt ganz für den Kampf mit den Mächten, die der Menschheit
feindlich gesinnt sind, Zauberern, Riesen Unterdrückern,
Eitelkeiten sind ihm fremd.
Ein NARR.

Kritikauswahl

"Das Spiel vom ewigen Aufbruch und Scheitern des idealistischen Ritters wird [...] als ernsthaft- alberner Slapstick gegeben.Fertige Figuren gibt es beim Theater des Lachens ebensowenig wie fertige Fragen. Alles ist offen, und alles ist Spiel.[...]Indem die fünf virtuosen Komödianten[...] ihre Rollen auf offener Bühne suchen, denken sie über Haltungen zu alter und neuer Zeit nach.So findet in 75 Minuten[...] mehr unterhaltsames politisches Theater statt als Beispiel in einer ganzen Spielzeit am Schiffbauerdamm."
Der Tagesspiegel, 04.07.01

"Die Ästetik speist sich aus drastischer Pantomime und feiner Komik, aus artistischen Finessen oder überraschenden Alltagseinsprengseln in Sprache und Darstellung.[...] Kunstfertig nähert sich die Aufführung[...] dem satirisch- pittoresken Kosmos des Romans."
Frankfurter Allgemeine, 30.06.01